Risiko Kiefergelenk Foto: Alexandre Zanin, Pexels

Was sind die 9 häufigsten Komplikationen bei kieferorthopädischen Behandlungen?

06. Juni 2022 | von Dr. Angelika Frankenberger

 

Was sind die 9 häufigsten Komplikationen bei kieferorthopädischen Behandlung? Sie überlegen gerade, ob Sie sich bei einem Kieferorthopäden behandeln lassen sollen? Bspw. mit Brackets oder Schienen? Welche Risiken gibt es in der Kieferorthopädie? Was kann eigentlich alles während so einer Behandlung passieren? Gibt es Risiken oder ist das alles easy. In der Tat gibt es sehr selten Probleme bei einer kieferorthopädischen Korrektur. Trotzdem werden wir Ihnen erklären, was im schlimmsten Fall passieren kann.

1. Entkalkungen und Karies

Das ist sicher die häufigste Komplikation bei einer solchen Behandlung. Entkalkungen und Karies entstehen durch Beläge auf den Zähnen. Sie entstehen nur dort, wo über längere Zeit die Zähne nicht geputzt werden. Bleiben die Beläge auf den Zähnen über längere Zeit, ohne weg geputzt zu werden, werden die Zähne dort langsam zerstört. Zunächst entsteht eine Entkalkung. Der Zahn wird an der Stelle ein bisschen weiß. Später entstehen dann Karies und Löcher. Deshalb empfehlen wir, alle 6 Monate zum Zahnarzt zur Kontrolle zu gehen.

Wenn keine Zähne geputzt werden, dann besteht auch ohne Spange die Gefahr von Karies. Mit Brackets sind mehr Nischen und Kanten vorhanden. Es entstehen mehr Bereiche, die schwer zu putzen sind. Deshalb muss immer nach jedem Essen gründlich gereinigt werden. Auch unter losen Bänder ist eine höhere Gefahr. Falls Sie merken, dass ein Band lose ist, geben Sie Ihren Kieferorthopäden so schnell wie möglich Bescheid. Er wird es wieder befestigen.

2. Parodontale Veränderungen

Die Kräfte werden auf das Parodont, den Apparat, der die Zähne hält, übergeleitet. Entzündungen von dem Zahnfleisch können entstehen, wenn man keine Zähne putzt. Das Zahnfleisch kann zurückgehen. Wenn Zähne vor der Behandlung stark gedreht waren oder sehr eng standen, entstehen manchmal sogenannte Black Triangels. Schwarze Dreiecke, wo keine Papille mehr vorhanden ist. Diese werden dann mit ASR oder Injektionen von Hyaluraonsäure behandelt. Bei Entzündungen gehen Sie kein Risiko ein! Kontaktieren Sie Ihren Arzt. Er wird den Bereich reinigen und Ihnen eventuell eine Salbe verschreiben. Ein weiteres Risiko in der Kieferorthopädie ist das Folgende.

3. Rückfälle/ Rezidiv

Je mehr der Zahn bewegt wurde, um so größer ist die Gefahr, dass der Zahn in seine alte Position zurück wandert. Um dieses Risiko in der Kieferorthopädie zu vermeiden, ist es wichtig, die Anweisungen vom Arzt zu befolgen. Am häufigsten passiert es vorne im Unterkiefer. Deshalb empfiehlt man dort einen festen Retainer. Zudem sind Retainer, die man raus nehmen kann, in der Nacht zu tragen.

4. Lockerung der Zähne

Bewegungen von den Zähnen entstehen durch den Abbau von Knochen. Es ist völlig normal, dass die Zähne eine etwas erhöhte Beweglichkeit während der Behandlung haben. Nach der Bewegung werden die Zähne wieder fest.

Zahnhygiene ist wichtig, um die Risiken in der Kieferorthopädie zu minimierenZahnpflege ist wichtig, um die Risiken in der Kieferorthopädie zu minimieren.

5. Überempfindlichkeit an den Zähnen und den Weichteilen

Besonders am Anfang kann es zu Schmerzen an der Zunge und den Wangen kommen. Das passiert durch die Brackets oder Attachments. Außerdem sind die Zähne empfindlich auf Druck, wenn man harte Sachen kaut. Deshalb ist es in den ersten Tagen besser, nur weiche Sachen zu essen. Die meisten Ärzte geben Ihren Patienten Wachs zum Schutz mit. Das schützt gut bei Druckstellen.

6. Verkürzung von Zahnwurzeln

Das ist ein sehr unschönes Risiko in der Kieferorthopädie. Besonders bei großen Bewegungen von Zähnen und bei schlechter Mitarbeit, entstehen zu hohe, schlechte Kräfte auf die Wurzeln. Dies kann in seltenen Fällen zu einer Verkürzung der Zahnwurzeln führen.

7. Verschlucken oder Einatmen von Bändern, Brackets und Drahtteilen

Zum Glück kommt das nur sehr selten vor. Wenn man ein Band oder Bracket verschluckt, kommt es meist auf natürlichen Weg wieder aus dem Körper heraus. Falls Gegenstände eingeatmet werden, verständigen Sie sofort Ihren Arzt. Natürlich gibt sich jeder Kieferorthopäde Mühe, dass es nicht zu diesem Risiko kommt.

8. Beschwerden im Kiefergelenk

Jeder Kieferorthopäde soll vor der Behandlung eine Untersuchung vom Kiefergelenk machen. Bei starken Fehlstellungen ist es wahrscheinlich, dass eine Veränderung vom Gelenk vorliegt. Solche Probleme können sich während einer Behandlung verstärken. Aber keine Sorge! In den meisten Fällen werden bei der KFO Behandlung auch die Kiefergelenke mit behandelt. Oft lindert der Arzt sogar die Probleme.

9. Ausbleibender Erfolg bei schlechter Mitarbeit

Natürlich ist dies auch ein nicht zu vernachlässigendes Risiko. Wenn der Patient die Spange nicht trägt, wird es nicht zum Erfolg führen. Auch wenn Termine nicht eingehalten werden, ist das ein Grund für einen Abbruch von der Behandlung.

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